DSI-Lehrgang mit Mabuni Kenyu 3. – 9. August 2026 in Novi Marof, Kroatien
Anfang August fand bei Novi Marof in Kroatien der jährliche, einwöchige DSI-Lehrgang statt. Sōke Mabuni Kenyu reiste wieder zu uns nach Europa und unterrichtete. Unser Sensei Sabine Kita, Manuel und ich nahmen seitens Shingitai Stuttgart teil. Auch sonst war der Lehrgang von Karateka aus Dōjōs in ganz Europa sowie ein paar internationalen Gästen besucht. Am Sonntagnachmittag fand die Dan-Prüfung mit Mabuni Sōke statt, und Manuel und ich legten unsere Prüfung zum 3. Dan ab.

Foto der Dan-Prüflinge mit ihren Urkunden.
Bild: Sabine KitaAm Montag begann der Lehrgang. Die ganze Woche über hatten wir gutes Wetter. Morgens von 9 bis 11 Uhr und abends von 18 bis 20 Uhr trainierten wir zusammen auf einer Lichtung in einem Tal, neben einer Quelle. Dadurch hatten wir recht viel Schatten, und es wurde nicht allzu heiß.
Mabuni Sōke baute auf den Grundlagen auf, die er uns die letzten Jahre gezeigt hatte. Der Hauptfokus lag darauf, den eigenen Körper kennenzulernen, ein Körpergefühl zu entwickeln und Muskelketten anzusteuern. Mabuni Sōke betonte, wie wichtig eine aufrechte Haltung, die eigene Mittelachse und der Schwerpunkt sowie das Gefühl unter den eigenen Fußsohlen für das Karate sind. Dafür zeigte er uns viele nützliche Übungen in verschiedenen Trainingsstufen. Wir trainierten die Grundlagen auch intensiv an den Katas Sanchin, Tenshō und Naifanchi Shodan. Zusätzlich kam dieses Jahr eine alte Version der Kata Papuren dazu. Diese unterscheidet sich stark von der heute bekannten Wettkampfversion und ist eine Basis von Sanchin und Tenshō. Gegen Mitte der Lehrgangswoche arbeiteten wir uns auch durch die Pinan-Katas und übten fukushiki kumite dazu. Darauf aufbauend übten wir Kōsōkun Dai und dann eine für die meisten neue, verwandte Kata: Chibana no Kūsankū. Mit Anselm Stahl Sensei übten wir am Donnerstag spielerische fukushiki kumite zu Bassai Dai und den Einsatz der verschiedenen Rotationsachsen der Hüfte. Nachmittags trainierten wir mit Carlos Molina Sensei, den Körper zu bewegen: tai sabaki. Außerdem übten wir fukushiki kumite und ni nin gakke kumite zu den Pinan-Katas. Am Freitag übernahm Mabuni Sōke die letzte Trainingseinheit und fasste die Inhalte des Lehrgangs noch einmal zusammen. Außerdem wiederholte er mit uns noch einmal den Ablauf der Kata Chibana no Kūsankū. Die ganze Woche über beantwortete Mabuni Sōke gerne offene Fragen.

Gruppenfoto der Lehrgangsteilnehmer*innen.
Außerhalb der Trainingseinheiten gab es viel Gelegenheit zum Austausch und zum geselligen Beieinander. Nach den Trainingseinheiten konnte man noch gemeinsam am Trainingsort verweilen, der lokale Verein hatte sogar eine kleine Dōjō-Bar organisiert. Es wurde auch mehrmals gekocht, gegrillt oder Pizza gebacken. Am Dienstag gab es eine organisierte Führung durch das Haus des Malers Ivan Rabuzin. Dort sahen wir nicht nur seine international bekannten Gemälde, sondern durften auch das Haus selbst bestaunen, dass er geschreinert hat. Am Freitagabend fand schließlich die Sayōnara-Party statt, bei der Dōjō-Bar am Trainingsort. Die fing mit einem „Round Table“ zur Geschichte von Shitōryū-Karate insgesamt, Dentō Shitōryū in Europa und Karate in Kroatien an. Mabuni Sōke, Molina Sensei und mehrere Karateka aus der Region erzählten. Es war sehr interessant! Rund um den großen Teich an der Quelle waren auch viele Fotos aus der dieses Jahr fünfzigjährigen Geschichte des lokalen Vereins ausgestellt. Die Gastgeber hatten auch fleißig und lecker gekocht und gebacken, und wir feierten lange und gut.
Nach einer langen, und trotzdem auch kurzen, Karatewoche reisten wir ab. Ich habe viele Antworten mitgenommen, aber auch neue Fragen – und das ist schön so. Vielen Dank an Mabuni Sōke, Molina Sensei und Stahl Sensei für einen tollen Lehrgang! Vielen Dank auch an den Karate Klub „Okinawa“ und alle Helfer*innen für die liebevolle Organisation und herzlichen Glückwunsch zum fünfzigjährigen Jubiläum!